DER DOMPLATZ von Pistoia ist einer der faszinierenden Kunstschauplätze der Toskana, an dem religiöse sowie zivile Gebäude liegen. Die Kathedrale des hl. Zeno, im romanischen Stil mit anliegendem Glockenturm, birgt in ihrem Inneren den silbernen Altar des hl. Jakob, ein Meisterwerk der gotischen Goldschmiedekunst. Die Fassade des im gotischen Stil erbauten Baptisteriums (Taufkirche) mit achteckigem Grundriss ist durch abwechselnd weiße und grüne Marmorstreifen geprägt. Hier kann man ein Taufbecken bewundern, das erst im vorherigen Jahrhundert wieder ans Licht gebracht wurde. Das Museum im Bischofspalast enthält eine Sammlung von kirchlichen Kunstschätzen aus der Kathedrale sowie eine wichtige Ausgrabungsstätte, an der eine etruskische Grabplatte, ein römischer Brennofen und Bruchstücke der alten Mauern geborgen wurden. Unweit des Domplatzes liegt Piazza della Sala, auf dem der im Renaissancestil erbaute Pozzo del Leoncino (Löwenbrunnen) zu bewundern ist. Hier liegen typische Geschäfte sowie lebhafte Kneipen und es findet täglich ein Markt statt. In einer der Hauptstraßen beherbergt die Kirche des hl. Johannes Fuorcivitas (Lt.: „außerhalb der Stadt“) wunderschöne Bildhauerwerke, wie z.B. die Kanzel des hl. Wilhelm aus Pisa und die bekannte Heimsuchung Mariä von Luca della Robbia. Sie ist ein wichtiger romanischer Komplex, dessen Fassade mit weißem und grünem Marmor verziert ist. Ebenfalls ein Meisterwerk der Gebrüder Della Robbia ist der Laubengang des Ospedale del Ceppo (Ceppo-Krankenhaus), der mit einem herrlichen mehrfarbigen Keramikfries geschmückt ist. Dieses Prachtexemplar der italienischen Bildhauerei des 15. Jahrhunderts bildet neben Szenen aus dem Leben Mariä, Allegorien der Werke der Barmherzigkeit sowie der göttlichen und Kardinaltugenden ab. Einer der kirchlich bedeutendsten Orte der Stadt ist die imposante, nach den Plänen vom Baukünstler Ventura Vitoni im Renaissancestil errichtete Kirche der Madonna dell’Umiltà (Madonna der Bescheidenheit). Bemerkenswert ist die Kuppel, die vom bekannten florentinischen Architekten Giorgio Vasari entworfen wurde. Die Kirche des hl. Andreas beherbergt zwei der wichtigsten Werke von Giovanni Pisano: eine Kanzel und ein Holzkruzifix. Ihre Fassade aus dem 12. Jahrhundert ist mit rautenförmigen Tafeln dekoriert; auf den Portalen hingegen sind Bilder von Tieren. Die dem hl. Franziskus gewidmete Kirche ist ein schlichtes Gebäude im gotischen Stil, das im Inneren Fresken aus Giottos Schule birgt. Ein weiteres sehenswertes Bauwerk ist die Burg der hl. Barbara, die unmittelbar bei den mittelalterlichen Mauern und dem großen Stadtpark liegt. Im Rathaus ist das Stadtmuseum beherbergt, das Gemälde von florentinischen und pistoiesischen Künstlern des 13., 14. und 15. Jahrhunderts ausstellt. Darunter ist eine mittelalterliche Altartafel (13. Jhdt.), die Szenen aus dem Leben des hl. Franziskus darstellt. Im selben Gebäude befindet sich das Forschungs- und Dokumentationsstelle Giovanni Michelucci, das diesem weltberühmten pistoiesischen Architekten und Stadtplaner gewidmet ist. Hier sind Zeichnungen, Modelle und Entwürfe enthalten, die ein perfektes Beispiel für das Talent des erfolgreichen Genies mit seiner bahnbrechenden Karriere bieten. Neben dem Dom beherbergt der Palazzo Rospigliosi das Diözesanmuseum, wo Gemälde aus dem 17. Jahrhundert ausgestellt sind. Hier sind die Zimmer zeitgetreu erhalten, die das Haus Rospigliosi einst für einen berühmten Verwandten, den Papst Clemens IX., bereitgestellt hatte. Im Palast befindet sich auch das Stickereimuseum, das kostbare Beispiele für solche traditionelle und in der Region weit verbreitete Kunst ausstellt. Erwähnenswert ist die Chiesa del Tau (Tau-Kirche) mit anliegendem Kloster, die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet, später im 18. Jahrhundert entheiligt wurde. Sie enthält einen Zyklus von Fresken, die zwischen 1366 und 1367 vom florentinischen Maler Niccolò di Tommaso bemalt wurden. Im Palazzo Fabroni liegt das Forschungs- und Dokumentationsstelle Marino Marini, deren Hauptziel es ist, das Gesamtwerk dieses weltbekannten pistoiesischen Malers und Bildhauers zu schützen, zu verbreiten und auszustellen. Der Palast beherbergt Dauer- und Sonderausstellungen zu zeitgenössischen in- und ausländischen Künstlers. |
La Cattedrale di San Zeno in Piazza del Duomo
Piazza della Sala
Ospedale del Ceppo
Chiesa di S. Andrea |
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